Mit Umsicht und Weitblick

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre


Die Fundamenta Real Estate hat ihren Kurs des qualitativen Wachs­tums zielstrebig und erfolgreich fortgesetzt. Dies zeigen nicht nur die betrieblichen Ergebnisse, sondern auch die Entwicklung des Portfolios. Sein Wert ist im Geschäfts­jahr 2020 von CHF 908.9 Mio. um CHF 83.0 Mio. auf CHF 991.9 Mio. gestiegen. Die Zunahme resultiert im Wesentlichen aus Zukäufen, im Geschäfts­jahr abgeschlossenen Projekt­entwicklungen und Höherbewertungen infolge von erfolgreich umgesetzten Reposi­tionier­ungen und Optimierungen im Bestand wie auch aus marktbedingten Wertan­passungen. Die Ertragsbasis hat sich im Berichts­jahr nochmals deutlich verbreitert.

COVID-19 hat sich auf die Arbeits­weise, die betrieblichen Abläufe und den Umgang mit den verschiedenen Anspruchsgruppen stark ausgewirkt. Stichworte dazu sind Homeoffice, selbst auferlegte Kontakt- und Reise­beschränk­ungen oder der totale Verzicht auf Anlässe mit höheren Teil­nehmer­zahlen.

Die Pandemie hat den Menschen aber auch ins Bewusstsein gebracht, wie wichtig das Wohnen für die Lebens­qualität ist. Für Funda­menta Real Estate hat sich dieser Trend überaus positiv ausgewirkt. Mieter wissen Wohn­flächen in gut positio­nierten Liegen­schaften an attraktiven Stand­orten noch mehr zu schätzen. Ein einfacher und verlässlicher Indikator für die Marktgängigkeit des Angebots ist die Leer­stand­quote. Sie hat sich von 3.7% im Vorjahr auf 3.5% vermindert; stichtagsbezogen resultiert gar eine rekordtiefe Quote von 2.5%. Die über­durchschnittlich hohe Ver­mietungs­rate ist nicht zuletzt der konse­quenten Fokus­sierung auf markt­fähige Wohn­liegen­schaften geschuldet − das Geschäfts­modell der Fundamenta Real Estate.

Aktive Portfoliobewirtschaftung

In enger Zusammenarbeit mit der Fundamenta Group, die als Asset- und Investment-Manager alle wichtigen Dienst­leistungen aus einer Hand erbringt, wurde das Portfolio nachhaltig optimiert.

Die drei Neu­bau­projekte an der Geibel­strasse in Zürich, an der Stein­wiesen­strasse in Schlieren und die Innen­hof­über­bau­ung an der Dels­berg­erallee in Basel konnten im ersten bzw. vierten Quartal 2020 fertig­estellt und vollvermietet in den Bestand überführt werden. Im Herbst kam an der Güter­strasse in Basel die Total­sanierung inkl. Aufstockung zum Abschluss. Die hohe Nachfrage in der Stadt Basel ermöglichte ebenfalls eine früh­zeitige Vollvermietung. Die noch laufenden drei Neu­bau­projekte in Zürich und  Zofingen sowie das im März 2020 in St. Gallen erworbene Bau­projekt werden über die nächsten rund 18 Monate fertig­gestellt und in das Bestands­portfolio überführt.

Auch der Bestand wurde im Berichtsjahr ausgebaut. In Niederweningen im Kanton Zürich erwarb Fundamenta Real Estate zwei Mehrfamilienhäuser aus dem Jahre 2017 mit 31 Wohneinheiten. In Zürich Altstetten konnten zwei zusammen­hängende Grundstücke mit vier Mehr­familien­häusern und insgesamt 24 Wohn­einheiten gekauft werden.

Umgekehrt hat die Gesell­schaft drei Liegenschaften in Goldau, Lenzburg und Thun in einem zweistufigen Verkaufs­prozess im Dezember 2020 verkauft. Der Devesti­tions­entscheid ging aus einer detaillierten Portfolio­analyse hervor, die der Asset-Manager nach seinem Scoring-Modell durchgeführt hatte.

 Lockdown mit minimalen Auswirkungen

Die ausser­ordentliche Lage mit dem Lockdown forderten auch den Verwaltungs­rat und den Asset-Manager der Fundamenta Real Estate. Bereits un­mittelbar nach den vom Bundes­rat erlassenen Einschränkungen fanden mit allen Gewerbe­mietern Gespräche statt, um die Auswirkungen auf die Geschäfts­entwicklung und die Miet­einnahmen abzuschätzen. Die Initiative und die Bereit­schaft zu konstruktiven Lösungen drücken den Willen der Funda­menta Real Estate aus, mit guten Gewerbe­mietern langfristige Miet­verhältnisse zu unterhalten. Mit den vom Lock­down direkt betroffenen Gewerbe­mietern konnten einvernehmliche Lösungen gefunden werden. Aufgrund des geringen Anteils der Gewerbe­flächen im Portfolio haben sich die Mieter­lasse nur marginal auf die Gesamt­rendite ausgewirkt.

Ordentliche Generalversammlung im ausserordentlichen Umfeld

Aufgrund der pandemie­bedingten ausserordentlichen Lage war die Durch­führung der General­versammlung 2020 im gewohnten Rahmen nicht möglich. Statt einer persön­lichen Teilnahme konnten die Aktionäre ihre Rechte über den unabhängigen Stimm­rechts­vertreter wahr­nehmen. Aktionäre, die über 80% der stimm­berechtigen Aktien vertraten, stimmten allen Anträgen des Verwaltungs­rats zu. Dazu gehörte die Aus­schüttung einer Dividende, was dem Verwaltungs­rat in wirtschaftlich unsicheren Zeiten ein wichtiges Anliegen war und insbesondere auch von den zahlreichen Vorsorge­ein­richtungen geschätzt wurde.

Auch die ordentliche General­versammlung 2021 wird aufgrund der anhaltenden Pandemie-Einschränkungen nicht im normalen Rahmen abgehalten werden, was der Verwaltungs­rat sehr bedauert.  

Verwaltungsrat beantragt Erhöhung der Dividende

Seit dem Geschäfts­jahr 2018 wurde den Aktionärinnen und Aktionären eine Aus­schüttung von CHF 0.50 pro Aktie ausbezahlt; dies nachdem die Gesellschaft seit dem Geschäfts­jahr 2011 eine stabile Dividenden­politik mit einer jährlichen Aus­schüttung von CHF 0.40 pro Aktie verfolgte.

Eine berechenbare Aus­schüttungs­politik ist für den Verwal­tungs­rat ein zentrales Element seiner Ziel­setzungen. In der Vergangen­heit konnten die gesetzten Ziel­werte stets erreicht werden. Angesichts des erfreulichen Jahres­ergebnisses und basierend auf seiner Ein­schätzung der weiteren Ent­wicklung beantragt der Ver­wal­tungs­rat der ordentlichen General­versamm­lung vom 8. April 2021 eine weitere Divi­denden­­erhöhung um 10% auf CHF 0.55 je Namen­aktie. Die Auszahlung soll zeitnah nach Zustimmung der General­versamm­lung erfolgen. Gemessen am Aktien­kurs per Bilanz­stichtag von CHF 18.20 beläuft sich die beantragte Aus­schüttungs­rendite auf 3.0%.

Immobilienaktie mit der besten Gesamtperformance an der SIX

Der Aktien­kurs der Fundamenta Real Estate hat sich in den letzten zwölf Monaten über­durch­schnittlich gut entwickelt; die Gesamt­performance erreichte 21.8%. Das Portfolio bietet den Aktionären gerade auch in einem unsicheren, zunehmend von Negativ­zinsen geprägten Umfeld die Möglichkeit, an Assets zu partizipieren, die sich durch eine ver­gleichs­weise hohe Kontinuität und Stabilität auszeichnen. Solche Überlegungen dürften mit ein Grund gewesen sein, dass zahlreiche Investoren die Aktie neu in ihr Port­folio aufgenommen haben.

Erweiterte Nachhaltigkeits­berichterstattung

Die für das Geschäfts­jahr 2019 eingeführte Zwei­teilung des Reportings mit einem online verfüg­baren Komplett­bericht und dem handlichen, auch in gedruckter Form er­hält­lichen Kompakt­bericht ist bei den Adressaten auf eine sehr gute Resonanz ge­stossen. Für das laufende Jahr hat Fundamenta Real Estate die Berichter­stattung zum Thema Nachhaltigkeit ausgebaut und vertieft.

Im Auftrag und in Ab­stimmung mit dem Verwaltungsrat hat ein inter­disziplinäres Projekt­team des Asset-Managers Funda­menta Group zusammen mit ausge­wiesenen Experten des Beratungs­unter­nehmens pom+ alle relevanten Nach­haltigkeits­themen definiert, die strate­gischen Grund­lagen syste­matisch auf­gearbeitet und eine über­zeugende Nach­haltigkeits­strategie entwickelt. Die Nach­haltigkeits­ziele wurden in einer strukturierten Wesentlich­keits­ana­lyse erarbeitet. Diese vergleicht die Relevanz der Nach­haltigkeits­aspekte aus Sicht der internen und externen Stake­holder.

Fundamenta Real Estate hat mit der neu definierten Nach­haltigkeits­strategie die Voraus­setzungen geschaffen, um ihr Kern­geschäft breit abgestützt und verant­wortungs­voll weiter­zuentwickeln. 

Ausblick

Für das laufende Jahr ist der Verwaltungs­rat grund­sätzlich optimistisch. Neben der Ertrags­kraft des gut positionierten Immobilien­bestandes dürften die laufenden Projekt­entwicklungen und Reposi­tionie­rungen auch in den kommenden Jahren zusätz­liche Mehr­werte schaffen. Das Neu­bau­projekt in Zofingen wird voraus­sichtlich gestaffelt von März bis Mai 2021 fertiggestellt. Die Fertig­stellung des Neu­bau­projekts in St. Gallen ist für das dritte Quartal 2021 geplant. Ebenfalls in Planung sind für das laufende Jahr die Reposi­tionie­rungen der Liegen­schaften an der Sihlfeld­strasse und der Badener­strasse in Zürich sowie der Liegen­schaft an der Sulgeneck­strasse in Bern.

Die positive Erfahrung aus den in den letzten Jahren durchge­führten Reposi­tionie­rungen zentral gelegener Liegen­schaften soll in den kommenden Jahren für weitere Projekte genutzt werden.

Die Folgen der COVID-19-Pandemie für die Gesamt­wirtschaft und den Immobilien­markt sind derzeit kaum quantifizier­bar, was die Planungsu­n­sicherheit erhöht. Immerhin hat sich das Wohn­segment bisher als relativ krisen­resistent erwiesen.

Dank

Der Verwaltungs­rat dankt den Aktionären, Mietern, Geschäfts­partnern und allen anderen Anspruchs­gruppen, die sich direkt oder indirekt für unsere Gesell­schaft einsetzen, herzlich für ihre Unter­stützung und ihr Engagement.

Dr. Andreas Spahni
Präsident und Delegierter
des Verwaltungsrats

Frédéric de Boer
Vizepräsident
des Verwaltungsrats